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Alfred Tomatis wurde 1920 als Sohn eines damals in ganz Frankreich sehr bekannten Opernsängers geboren. Er studierte Medizin und Psychologie und eröffnete Mitte der 40er Jahre in Paris eine HNO-chirurgische Praxis, die er bis 1970 als Spezialist für Kopfoperationen geführt hat. Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg erhielt er von der französischen Luftwaffe den Auftrag, den Zusammenhang zwischen Lärmeinwirkung und Gehörschädigungen bei Piloten und Flugzeugwerftarbeitern zu untersuchen. Bei dieser Arbeit stieß er auf zwei grundlegende Erkenntnisse: 1. Die gemessenen Hörschwellen werden von der Psyche, also vom Hören- oder »Nichthörenwollen«, unbewusst beeinflusst. 3. Die über eine bestimmte Zeitdauer wiederholte akustische Stimulation führt zur endgültigen Veränderung des Gehörs und folglich der Phonation. Der dritte Punkt beschreibt bereits einen wesentlichen Bestandteil des Tomatis Hörtrainings. Bei dieser Übung findet im wahrsten Sinne des Wortes ein Training statt, eine »Mikrogymnastik« der zwei Gehörmuskeln im Mittelohr. Die beobachtete Auswirkung dieses Trainings erlaubte es erstmals, die Bedeutung der beiden Muskeln, über die bisher nicht viel mehr als Hypothesen vorlagen, genauer zu erfassen. Und für die Pädagogik des bewussten Hörens war ein Hilfsmittel von bahnbrechender Bedeutung gefunden worden. Aus seinen weiteren Forschungstätigkeiten entstand das elektronische Ohr, welches heute weltweit in mehr als 250 Tomatis Instituten erfolgreich angewendet wird. Tomatis war Professor an mehreren internationalen Universitäten und erhielt für seine Forschungstätigkeit zahlreiche Ehrungen, zuletzt im Jahr 1995 den »Preis des Präsidenten der Republik Italien für die Gesamtheit seiner wissenschaftlichen Werke«. |
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